Winzergespräch Nr. 7 mit Simone Capecci

5. März 2020

Winzergespräch Nr. 7 mit Simone Capecci

Der Winzer Simone Capecci ist bei unseren Kundinnen und Kunden besonders für seinen Rotwein «Picus» bekannt. Mit Fabian Kohler spricht er über die Besonderheiten der Region Marche, alte heimische Rebsorten und seine Weine.



Simone Capecci führt das 30 Hektar grosse Weingut in der Marche bereits in 4. Generation. Ihn und seine Weine haben wir an der Vinitaly im Frühling 2018 entdeckt. Der Rotwein «Picus» hat sich rasant zu einem Bestseller entwickelt. Fabian Kohler hat den leidenschaftlichen und naturverbundenen Weinemacher im Februar in der Marche besucht. Im Winzergespräch erfahren wir vom eigentlichen Weisswein-Spezialisten mehr über die Besonderheiten der Region Marche und der dort heimischen, alten Rebsorten.

Simone, dein Weingut und insbesondere dein Rotwein «Picus» hat bei uns eingeschlagen wie eine Bombe. Was macht dein Weingut und die Weinregion Marche so besonders?

Wir sind hier wirklich mit einer äusserst intakten Natur und einem besonderen Mikroklima gesegnet: vor uns direkt das Meer und hinter uns die schützenden Berge des Monte Gran Sasso. Des Weiteren besitzen wir einzigartige Böden, welche sich aus einer Lehm-Sand-Kies-Schicht zusammensetzen. Im Zusammenspiel mit der biologischen Bewirtschaftung der Weinberge entstehen so eigenständige, frische und sehr bekömmliche Weine.


«Bio» ist momentan in aller Munde. Seit wann arbeitet ihr auf diese Weise?

Unsere Weinberge wurden schon von meinem Grossvater auf diese Art kultiviert – aus meiner Sicht das einzig Richtige. Wir haben nur diesen einen Boden, wir müssen wirklich sorgsam damit umgehen. In unserer Region (Ascoli Piceno) werden übrigens 65% der Rebberge biologisch bewirtschaftet, das ist der höchste Bio-Anteil von ganz Italien.

Bild: Fabian Kohler und Monika Fischer (Mitte) zusammen mit Simone Capecci und Edda Aloisi in den Rebbergen.

Unsere Kundinnen und Kunden kennen vor allem deinen Rotwein «Picus». Aber eigentlich bist du ein Weisswein-Spezialist…

Ja, das stimmt. Unsere Produktion setzt sich aus rund 60% Weiss- und 40% Rotweinen zusammen. Wir waren die Ersten, die Anfang der 1990er-Jahre die Traubensorte Pecorino neu anpflanzten. Die ertragsschwache weisse Sorte war hier bei uns in der Marche praktisch ausgestorben. Wir haben das Potenzial dieser Traube jedoch immer gesehen und wie man heute sieht, auf das richtige Pferd gesetzt (Simone wurde für seinen Weisswein Muria vom bekannten italienischen Weinführer Gambero Rosso schon mehrmals mit der Höchstauszeichnung „3 Bicchieri“ (drei Gläsern) auszeichnet.)

Auch für die Zukunft hast du Spannendes im Köcher. Ihr habt noch eine weitere autochthone Rebsorte wieder zum Leben erweckt…

Das ist so. Wir arbeiten in der Marche, insbesondere in der DOP-Region Piceno, viel mit einheimischen Traubensorten. Das macht uns auf diese Art einzigartig. Diesen Januar haben wir nun den ersten Jahrgang des neuen Weissweins aus der Traubensorte Garofanata abgefüllt. Ein extrem knackiger, trockener Wein mit vibrierender Säure. (Anmerkung des Redakteurs: der erste Schluck ist wie eine knackige Explosion am Gaumen!)

Herzlichen Dank Simone. Alles Gute für die Zukunft und bis bald.

Die Weine
Die Weine von Simone Capecci finden Sie in unserem Webshop oder in Fischers WEINLADEN.

Winzergespräch

Fischer Weine im Gespräch mit Winzern. In einer losen Reihe stellen wir Ihnen in Form von Kurzinterviews Winzerinnen und Winzer aus dem In- und Ausland vor.