Eine Reise durch unsere Geschichte
















1882 importierte Hans Fischer erstmals Weine aus Italien und zwar per Bahn durch den neueröffneten Gotthard-Tunnel. Johann Evangelist, wie sein Taufname lautete, war damals 22 Jahre alt und wuchs in Oberkirch auf. Nach Abschluss der Sekundarschule in Sursee besuchte er das
Lehrerseminar und zur weiteren Ausbildung begab er sich in die Toskana, wo er in Siena als Deutschlehrer eine Anstellung fand. Dort lernte
er nicht nur italienisch, er bekam auch Kontakt
zu Weingütern und beschloss nach Hause zurück
zu kehren und deren Weine zu verkaufen.
Der Zeitpunkt war günstig. Die Weinberge in der
Schweiz litten unter Rebkrankheiten wie dem Mehltau oder der aus Amerika eingeschleppten Reblaus. Sodann konnten die früher mühsam über den Gotthard gesäumten Weine nunmehr per Bahn rasch und günstig durch den Tunnel spediert werden.

 

1883 kaufte er das Restaurant Feld in Oberkirch.
Sein Geschäft florierte, sodass er für den Weinhandel einen besseren Platz suchen musste. Er fand diesen in Sursee neben dem Bahnhof der
Zentralbahn, wo er 1896 den Weinhof baute. In
den Bestellbüchern finden sich nun Namen wie:
Toskaner, Chianti, Barbera, Barletta und San
Severo. Eher selten Fendant, Neuenburger oder
Waadtländer. Gehandelt wurde fast ausschliesslich
in Fässern und zu Preisen zwischen 45 bis
85 Rappen pro Liter. Alter Bordeaux in Flaschen
kostete 95 Rappen. Später finden sich im
Sortiment auch Kalterer, Tiroler und Burgunder.
Der Weinhof belieferte nunmehr den ganzen
Kanton Luzern wie auch die Innerschweiz, aber
auch Kunden aus dem Aargau, Solothurn und
Zürich schätzten dessen Weine. In der Stadt
Luzern zählten die damals renommierten
Restaurants wie Bruchtor, Burgerhalle, Stiefel,
Harmonie sowie Im Weiten Keller zu Fischers
Kundschaft. Aber auch Namen von Bauern,
Pfarrherren, Lehrer und begüterte Industrielle
sind im Kundenbuch zu finden.

 

 

 

1924 übergab Johann Evangelist die Weinhandlung seinen beiden Neffen Josef und Hans (geb. 1898 und 1899). In der Rezession der 30er Jahren und den nachfolgenden schwierigen Jahren des II. Weltkrieges mussten sich die neuen Besitzer neuen Herausforderungen stellen. Der Handel mit Wein wurde schwierig, Importe fielen aus und Geld wurde rar. Um mit der Landwirtschaft besser zu geschäften, wurde zusätzlich zum Weinverkauf der Export von Äpfeln aufgezogen und zwar in Länder, die damals noch keine Obstkulturen kannten, die Einrichtung einer Brennerei für Kirsch und Pflümli realisiert, wie auch mit dem Handel von rohen Kaffeebohnen, Feldsamen und Fässern, die aus dem Ausland bezogen und hier vom Küfer zu Most und Traschbehältern umgearbeitet wurden, begonnen.

 

1969 traten als 3. Generation die Söhne der beiden Geschäftsherren Sepp und Hans (beide geb. 1931) in deren Fussstapfen. Wiederum wurde das Konzept umgekrempelt. Sie besannen sich auf das ursprüngliche Kerngeschäft, den Weinhandel. Eine moderne Flaschenabfüllanlage bekam ihren Platz im Keller, neue Weinlieferanten wurden gefunden, um Weine aus Spanien, Italien und Frankreich direkt zu beziehen. Mit dem Wahlspruch «Rien sans Peine» entwickelte sich die Weinhandlung Fischer zu einem Weinhaus von gehobenem Niveau. Neu zählten Degustationen, Reisen mit Kunden in Rebbaugebiete und Weinseminare zur Promotion.

 

1995 übernahmen als 4. Generation die Söhne von Sepp, Thomas (Betriebsökonom HWV, geb. 1960) und Urs (Oenologe, geb. 1961) das Geschäft. Unter ihrer Leitung wurde der Betrieb radikal modernisiert, eine EDV-Anlage eingeführt, das Weinsortiment um neue Provenienzen erweitert und mit über 600 Sorten dem aktuellen Trend angepasst. Ein exklusiver Weinladen wurde am Bahnhofplatz errichtet und neue, sorgfältig ausgesuchte Lieferanten wie auch eine junge Kundschaft wurden gesucht und gefunden. Nach wie vor wird auch die traditionelle Gastronomie besucht, betreut und weinkundig beraten. Die beiden Frauen Susi und Monika sind ebenfalls im Geschäft eingebunden und betreuen das ihnen entsprechende Ressort.

 

2007 Die Weinhandlung Fischer feiert ihr 125 Jahre-Jubiläum. Die nächsten Jahre werden entscheiden, ob das «Feu Sacré» für den Wein auch in der 5. Fischer-Generation weiter lebt, diese befindet sich zurzeit noch in der Ausbildung. Der Grossvater würde sich freuen, wenn die Liebe und Tradition zum Rebensaft in der Fischer-Familie weiter blühen und gedeihen würde. Kommt Zeit – kommt Rat!

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